Bautechnikpreis

Tiefbau

Gewässerökologische Aufwertung der Oberach, Ried

Die Oberach im Stadtgebiet von Ried im Innkreis weist aufgrund bestehender Verbauungen ein eingeschränktes ökologisches Potenzial auf. Das Projektgebiet liegt zwischen Verkehrsinfrastruktur, Kläranlage und landwirtschaftlichen Flächen. Ein stark frequentierter Radweg durchquert das Areal.
Ziel ist die Fortführung der gewässerökologischen Aufwertung durch Herstellung der Durchgängigkeit sowie den Rückbau bestehender Sohl- und Uferverbauungen. Dabei sollen naturnahe Strukturen geschaffen und die Gewässermorphologie verbessert werden.
Die Planung berücksichtigt ökologische, technische und nutzungsbezogene Anforderungen, insbesondere Hochwasserschutz, Wasserqualität und die Nutzung als Naherholungsraum.

Preisträger:innen

Platz

1

Julia Haider, Bianca Luger, Rebecca Brandstetter, Emily Loitlesberger

Laudatio der Jury

Das Siegerprojekt besticht durch die strukturierte Anordnung von renaturiertem Fließbereich, Freizeitbereich und Antiesen-Radweg, wodurch viel Platz für diese Nutzungen entsteht. Für die ökologische Aufwertung des Lebensraums Wasser wurden Buhnen anstatt der drei derzeit vorhandenen Sohlstufen vorgesehen, weiters Störsteine, Faschinen, Totholz u. dgl., um einen möglichst naturnahen Lebensraum wiederherzustellen und ein nachhaltiges Zuhause für Wasserorganismen zu schaffen. Das Sickerbecken zur Reinigung der Brückenabwässer trägt zur qualitativen Verbesserung der zufließenden Regenwässer bei. Der Erholungsbereich wurde gekonnt durch einen flachen Zugang zum Wasser direkt an die Oberach herangeführt, sodass Wasser für Jung und Alt erlebbar gemacht wird. Ein würdiges Siegerprojekt, das alle an das Projekt gestellten Anforderungen bestmöglich erfüllt.

Projektbeschreibung

Oberach – Raum für Leben

Die ökologische Aufwertung der Oberach in Ried im Innkreis im Bereich der Kläranlage RHV Ried im Innkreis beginnt mit einer Vergrößerung des Querschnitts, die sich bis zum Ende des Flussabschnitts durchzieht. Im Verlauf werden in der Mitte des Flusses Inseln in Form von Faschinen platziert, um Lebensraum für Organismen zu schaffen und nebenbei auch, um den Fluss zu leiten. In der Mitte des Projektgebiets wird der Bach so weit verbreitet, dass Kiesbänke, die vor allem der Erholung dienen sollen und im Hochwasserfall zusätzlich Platz schaffen, entstehen. Diese Kiesbänke schließen durch drei Wege direkt an das Erholungsgebiet an. Dieses zeichnet sich vor allem durch einen großen Spielplatz und einen Mehrzweckcourt aus, um auch für die jüngsten Besucher:innen Freiraum zu schaffen. Am Ende wurden vier überdachte Rastplätze mit einem Radabstellplatz geplant. Im Verlauf des Erholungsparks wurde vor allem darauf geachtet, dass möglichst viele heimische Bäume gepflanzt werden, die viel Schatten spenden und als guter Rückzugsort dienen. Im Park gibt es Sitzbänke, eine Natursteinstiege zum Bach, die auch als Sitzbank dient, sowie große Rasenflächen, die als Liegewiese dienen. Im oberen Bereich der Oberach wurde eine Rampe geplant, wodurch die Fischwanderung wieder ermöglicht wird. Außerdem werden Buhnen errichtet, um die Fließgeschwindigkeit zu verlangsamen. Insgesamt sollen in diesem Bereich der Oberach die Natur und der Mensch im Mittelpunkt stehen.

Platz

2

Maximilian Gstöttenmayr, Florian Imböck, Paul Schöller, Benedikt Keplinger

Laudatio der Jury

Mit Trittsteinen, Spreitlagen, bewachsenen Steinschlichtungen, Buhnen und anderen ingenieurbiologischen Baumaßnahmen zusammen mit der Möglichkeit einer umfangreichen Freizeitnutzung (mit Spielgeräten, Beachvolleyballplatz und Liegewiese) hat dieses Projekt überzeugen können. Ein Sickerbecken zur Reinigung der Brückenabwässer sowie umfangreiche Schilfpflanzungen zur Nachreinigung des Kläranlagen­ablaufs der benachbarten Kläranlage tragen maßgeblich zur nachhaltigen qualitativen Verbesserung von zufließenden Abwässern bei. Die Erreichbarkeit der Freizeitinsel über eine kleine Brücke sowie der Fahrradparkplatz mit Fahrradservicestelle und Trinkbrunnen unmittelbar neben dem Antiesen-Radweg laden die Radfahrer:innen zum Besuch des Freizeitgeländes ein und runden das Projekt ab.

Projektbeschreibung

Projekt rewild.oberach

Der rund 260 Meter lange Bachabschnitt am Stadtrand von Ried wurde ökologisch und funktional neugestaltet. Ziel war es, den zuvor verbauten Gewässerraum aufzuwerten und zugleich Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft zu verbessern. Der Fluss wurde in einen Hauptarm für den Normalabfluss und einen Nebenarm für erhöhte Wasserstände aufgeteilt. Ein Rückstaubereich ermöglicht die gleichmäßige Einleitung des gereinigten Kläranlagenwassers und verbessert die Wasserqualität. Für die bessere Freizeitnutzung entsteht zwischen den Armen eine Insel mit Sitzbereichen und Spielgeräten und nördlich der Brücke ein Fahrradabstellplatz mit Fahrradservicesäule, einer mobilen Toilette und Trinkbrunnen. Buhnen lenken die Strömung, reduzieren Ufererosion und schaffen ruhige Wasserzonen. Eine Versickerungsmulde reinigt Brückenabwässer. Insgesamt wird der Bach ökologisch wertvoller, hydraulisch leistungsfähiger und zu einem attraktiven Erholungsraum.

 

Platz

3

Laurens Dumfart, Alexander Steiner, Felix Felbauer

Laudatio der Jury

Mit dem zukünftig mäandrierenden Gewässerlauf und dem Mix aus unterschiedlichen ingenieurbiologischen Maßnahmen, darunter eine aufgelöste Sohlrampe als Fischaufstiegshilfe sowie Flussteiler zur Strukturierung des Flusslaufes in Wasserbereiche mit unterschiedlichen Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten, wurden die Anforderungen der ökologischen Aufwertung sehr gut umgesetzt. Der Gehweg entlang des neuen Bachlaufs lädt zum Kennenlernen und Verstehen des Gewässers ein und bildet so den Übergang zwischen dem ökologisch aufgewerteten Flusslauf und der Freizeitnutzung des Geländes. Der Erholungspark wurde in mehreren, durch Sitzstufen verbundenen Terrassen angelegt. Die terrassierte Anordnung ermöglicht unterschiedliche Nutzungen auf den einzelnen Ebenen.

Projektbeschreibung

ReÖkoRied ist ein Projekt zur gewässerökologischen Aufwertung der Oberach im Stadtgebiet von Ried im Innkreis. Das Ziel ist, einen regulierten Bachabschnitt in einen naturnahen und ökologisch funktionsfähigen Gewässerraum umzuwandeln.
Der bestehende Gerinneverlauf wird aufgelockert und verbreitert, des Weiteren werden vorhandene Verbauungen rückgebaut.
Bestehende Abstürze werden durch eine aufgelöste Sohlrampe ersetzt, wodurch Fische und andere Wassertiere das Gewässer wieder ungehindert passieren können. Ergänzend dazu werden begrünte Inseln, naturnahe Uferzonen und strukturreiche Randbereiche geschaffen, die neue Lebensräume bieten und die Biodiversität fördern. Gleichzeitig entsteht ein gestalterischer Raum, der Freizeitaktivitäten steigert.
Durch die Verbreiterung des Gerinnes und die erhöhte Strukturvielfalt verbessert sich auch der Hochwasserschutz durch Retention im Projektgebiet. ReÖkoRied verbindet damit Gewässerökologie, Hochwasservorsorge und Stadtentwicklung in einem Projekt.

Einreichungen

Eva Stadler, Anna Wiesinger, Emma Wagner

Projektbeschreibung

Ziel des Projekts ist die ökologische Aufwertung der Oberach bei gleichzeitiger Verbesserung der Wasserqualität und Schaffung eines Naherholungsraums. Durch einen geschwungenen Flussverlauf werden Gewässerdynamik und strukturelle Vielfalt erhöht. Sohlschwellen und Befestigungen werden entfernt, um die Durchgängigkeit für Fische und Mikroorganismen zu verbessern. Zusätzliche Bauelemente schaffen Ruhezonen und Lebensräume für Tiere.
Außerdem wird die Qualität des eingeleiteten Kläranlagenwassers in einem Nebengerinne durch verschiedene Pflanzen verbessert. Bei Starkregen wird der Bereich zwischen Haupt- und Nebenlauf überströmt, wodurch sich ein auenähnlicher Lebensraum entwickeln kann. Die Brückenabwässer werden vor der Einleitung technisch gefiltert.
Durch die Verlegung des Radwegs entsteht zusätzlicher Raum für die Naherholung. Sitzbereiche sowie ein Motorikpark erhöhen die Aufenthaltsqualität. Highlights sind der Wasserzugang mit Liegeflächen und Motorikparkelemente zur Flussüberquerung.

Martin Leumüller, Johannes Hiebl, Alexander Hinterberger

Projektbeschreibung

Das Projektierungsgebiet soll ökologisch aufgewertet und die Abwasserreinigung sowie die Erholungsnutzung verbessert werden. Unsere Projektlösung setzt auf heimische Pflanzenarten, die als Setzlinge und Saatgut eingebracht werden. Zur Böschungssicherung werden klimaneutrale Kokosmatten eingesetzt. Zwei neu angelegte Mäanderarme sowie Kolke, Furten, Holzfaschinen, Totholz und Wasserbausteine schaffen einen naturnahen Flusslauf. Ziel ist es, die ökologische Vielfalt zu erhöhen.Im mittleren Bereich wird eine überdachte Sitzgelegenheit errichtet und durch Fahrradabstellplätze, ein Klettergerüst, einen Trinkbrunnen sowie ein Kneippbecken ergänzt. So entsteht ein attraktiver Aufenthaltsort für alle Altersgruppen. Brückenabwässer werden über eine Reinigungsanlage mit Ruhebecken und einen technischen Filter behandelt. Ein Schwarzteich verhindert den direkten Einfluss von Schwarzwasser aus einem Mischwasserüberlauf. Zusätzlich sorgt ein Stillgewässer für die Durchmischung des Kläranlagenauslaufs.

Sonderpreis „Die Beste Idee“

Der Sonderpreis würdigt den konsequent ökologischen Ansatz des Projekts. Trotz offener Fragen zur technischen Umsetzbarkeit überzeugt die Entscheidung, Flächen für Flora und Fauna zu sichern, statt zusätzliche künstlich erzeugte Aufenthaltszonen zu schaffen. Die Verlegung des Radwegs vermeidet Brücken, das mäandrierende Gewässer überwindet Schwellen sensibel. Gestaltung und der sensible Eingriff ins bestehende Gelände waren ausschlaggebend.

Jan Josef Derfler, Fabian Perndorfer, Christoph Resch, Marco Brandstetter

Projektbeschreibung

Oberach verbindet Ökologie, Hochwasserschutz und Freizeit im Einklang.Das Projektgebiet befindet sich an der Oberach in Ried im Innkreis und verfolgt das Ziel, ökologische Aufwertung und Freizeitnutzung sinnvoll miteinander zu verbinden. Ausgehend vom Bereich der Brücke wird das Wasser technisch aufbereitet. Durch naturnahe Gerinneformen, strukturierte Uferbereiche sowie Haupt- und Nebenarme werden die Gewässermorphologie verbessert und die Durchgängigkeit für Organismen wiederhergestellt. Der Nebenarm wird ab einem HQ5-Ereignis aktiviert und dient als zusätzlicher Abflussraum zur gezielten Entlastung des Hauptarms, wodurch die Hochwassersicherheit wesentlich erhöht wird. Gezielte Bepflanzungen, Inseln und Rückzugsräume fördern die Biodiversität und werten den Stadtraum nachhaltig auf. Parallel dazu entsteht erstmals ein barrierefrei zugänglicher Park mit Aufenthalts-, Spiel- und Erholungsflächen mit direktem Bezug zum Wasser. Das Projekt vereint ökologische Qualität, Hochwassersicherheit und Freizeitnutzung zu einer neuen Stadtoase.

Tobias Reichör, Tobias Breuer, Stefan Engleder, Florian Rohrauer

Projektbeschreibung

Die ökologische Aufwertung der Oberach in Ried im Innkreis wird in diesem Projekt mit einer Fläche für Erholungsnutzung kombiniert. Während die Wasserqualität durch Strandastern und moderne Sickermulden verbessert wird, entsteht gleichzeitig ein Bereich, der von Jugendlichen zum Basketballspielen, von Kindern als Spielplatz und von Erwachsenen zur Erholung oder für ein entspanntes Picknick genutzt werden kann. Das Projekt könnte durch eine mögliche Kooperation mit der Rieder Brauerei zu einem echten Paradies für Bierliebhaber:innen werden, Hopfenpflanzen dienen sowohl zur Dekoration als auch als Sichtschutz zur angrenzenden Kläranlage. Zahlreiche Infoschilder informieren Besucher:innen über die Traditionsbrauerei und welche Rolle die Oberach historisch im Brauereiwesen spielte. Eyecatcher des Projekts ist die schneckenartige Schleife am Beginn des Projektgebiets, die die Fließgeschwindigkeit abbremst und eine sommerliche Abkühlung erleichtert.

Philip Mörtlitz, Sebastian Korunka, Jakob Leitner, Wolfgang Wolkerstorfer

Projektbeschreibung

Im Rahmen dieses Projekts wird ein Abschnitt der Oberach in Ried im Innkreis ökologisch aufgewertet. Ziel ist es, die Wasserqualität zu verbessern, die natürlichen Funktionen des Gewässers zu stärken und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Durch eine naturnahe Gestaltung des Bachbetts und der Ufer sowie das Reduzieren von Belastungen wird die Artenvielfalt im und entlang des Flusses gefördert. Zusätzlich ist der Einbau eines Abwasserteichs vorgesehen, der als natürlicher Filter dient und zur Reinigung des Wassers beiträgt. Neben den ökologischen Aspekten soll die Oberach auch als attraktiver und verantwortungsvoll nutzbarer Erholungsraum für die Bevölkerung gestaltet werden, ohne das ökologische Gleichgewicht zu beeinträchtigen.